Gründerinnen Special - Selbständig in Corona-Zeiten

sina portrait klein

"Ich erlebe diese Zeit auch als eine unglaublich kreative Zeit“

Sina Emrich hat sich als Schmuckdesignerin, Yogalehrerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und angehende Gestalttherapeutin eigene Bewegungsräume für Kreativität mit Körper, Geist und Seele geschaffen.

Als Selbständige traf sie die Corona-Krise finanziell hart.

Wir haben sie gefragt, wie sie diese Zeit erlebt und mit den Herausforderungen umgeht.

Ihre Antworten machen Mut, die Krise auch als Chance zur inneren Neu-Ausrichtung und Neu-Orientierung zu nutzen.

 

Was bedeutet die Corona-Krise für Dich?

"Vor allem: Veränderung!

Es ist für mich gerade eine sehr intensive Zeit der Transformation, die jede*n mit ihren / seinen ganz eigenen Themen konfrontiert. Da es nicht mehr so einfach möglich ist, sich abzulenken, sind wir sehr auf uns selbst zurückgeworfen und können diese Zeit nutzen, um aufzuräumen und uns neu auszurichten.

Ich gehe gerade auch selbst durch sehr tiefgreifende Prozesse und bin dabei froh über die ganzen Werkzeuge, die ich im Laufe meines Lebens gelernt habe und anwende für meinen eigenen Weg.

Ich erlebe diese Zeit auch als eine unglaublich kreative Zeit, eine Zeit, in der wir uns die Welt so träumen können, wie wir sie uns wünschen. Es ist für mich jetzt sehr wichtig, die richtige Ausrichtung zu finden und die Energien dahin zu lenken, wo wir sie hinhaben möchten.

Ich selbst spüre zur Zeit, dass sich mein Beruf auch immer mehr wandelt in meine Berufung. Ich biete als Heilpraktikerin für Psychotherapie und angehende Gestalt-Therapeutin nun auch verstärkt persönliche Einzelbegleitung an, per zoom, telefonisch, vor Ort oder auch als Walk&Talk."

 

 Photo by Kenrick Mills on Unsplash 2

 

Wie sieht Dein neuer Alltag aus?

„Diese Entschleunigung, die einige jetzt spüren, die hatte ich vor Corona-Zeiten. Mein Alltag ist nun voller als zuvor. Dadurch dass ich immer gearbeitet hatte, wenn andere frei hatten, hatte ich meine Tage für mich. Nun haben die Menschen mehr Zeit tagsüber – und ich bin viel im Austausch und in der Kommunikation.

Mein Alltag ist auch wesentlich strukturierter als vorher. Ich achte mehr auf mich, ich mache mehr Sport, ich praktiziere auch selbst mehr Yoga. Und ich teile mir meine Tage besser ein als vorher. Auch meine Kreativität kann ich noch mehr leben – ich mache mehr Schmuck und zeichne mehr. Ich sitze auch leider viel mehr am Computer, mit Zoom und den ganzen Online-Tools, da ich selbst jetzt ja auch online Yoga unterrichte.

Tatsächlich ist im Moment mein Leben gefüllter, aber auch ausgefüllter.“

 

Photo by Natalie Grainger on Unsplash

 

Was sind Deine größten Ängste?

„Das Schlimmste wäre: die Krise geht vorbei und alles wäre wieder wie vorher. Denn, wenn wir mal ehrlich sind, die Menschheit war, was den Umgang mit sich selbst, Mutter Erde und unseren Mitgeschöpfen angeht, auf keinem so guten Kurs.

Und das das darf echt anders werden. In der Natur ist es spürbar, dass da ein Aufatmen ist. Und ich hoffe, dass wir einen nachhaltigeren Umgang mit uns selbst und auch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen finden.

Ich wünsche mir ein Leben, das geprägt ist von einem menschlichen, verantwortungsvollen Umgang mit unserem Planeten und mit allen lebendigen Wesen. Ein friedliches Miteinander, geprägt von Respekt, Freude und gemeinsamen Wachstum. Wo die weibliche Kraft wieder ihren Platz einnimmt und gemeinsam, ausgesöhnt mit der gesunden männlichen Kraft, in Verbundenheit führt und leitet.“

 

 Photo by Samuel Austin on Unsplash

 

 Was macht Dir Mut?

„Tatsächlich die Verbindung – zu mir selbst, zur Quelle, zur Natur, zu meinem Atem, aber auch mit anderen Menschen.

Neben all der Angst, die derzeit zu spüren ist - das ist ja eine Situation, die mit einer großen Unsicherheit einhergeht – erlebe ich auch ganz viel gegenseitige Solidarität.

Dadurch, dass wir so begrenzt werden und Einschränkungen erleben, merke ich, wie wichtig menschliche Kontakte und auch Berührungen sind.

Was macht mir noch Mut? Vielleicht auch, dass wirklich gerade ein Umdenken stattfindet.

Die Menschen sind ja alle derzeit sehr auf sich zurückgeworfen – man kann sich selbst nicht mehr aus dem Weg gehen, wir sind nicht mehr so abgelenkt. Dadurch kommt viel an die Oberfläche, was bisher verdrängt wurde. Ich habe die Hoffnung, dass - wenn nun alle kollektiv hinschauen müssen - sich wirklich was reinigen und ändern kann.

Mut macht mir auch die Wiederentdeckung der empathischen Mitmenschlichkeit, des Füreinanderdaseins. Und dass wir vielleicht wirklich anfangen hinzuschauen – weswegen sind wir eigentlich hier? Was machen wir hier eigentlich? Und was brauchen wir, um in unsere Kraft zu kommen?

Auch wenn es finanziell derzeit wirklich schwierig ist - ich erlebe auch ganz viel Freude und ganz viel Zuversicht in meinem Leben.“

 

Photo by Chris Ensey on Unsplash

 

Mehr über Sina Emrich und ihre Arbeit erfahren Sie hier: www.sina-facettenreich.de

 

Hier kommen Sie auch zu den kostenfreien „Yogahäppchen“ - kostenfreie Audioaufnahmen von Sina mit jeweils einer Yogastellung, Entspannung oder Atemtechnik, die man sich in der eigenen Reihenfolge zusammenstellen kann. Sie sind ein Geschenk für diejenigen, denen Homeoffice, Kinderbetreuung oder Neuorganisation des Lebens kaum Zeit und Raum für eine ganze Yogastunde lassen.

 Photo by Ksenia Makagonova on Unsplash

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